Lieferantenmanagement

Angesichts der voranschreitenden Globalisierung und der verstärkten Verlagerung der Wertschöpfung in die jeweiligen Absatzmärkte endet Nachhaltigkeit im Volkswagen Konzern nicht an den Werkstoren. An 39 Standorten in 23 Ländern stellt unser Beschaffungsnetzwerk im Volkswagen Konzern sicher, dass unsere Produktionsstätten nachhaltig und zu wettbewerbsfähigen Konditionen mit Produktionsmaterialien in der geforderten Qualität und Menge beliefert werden. Dabei betrug das Beschaffungsvolumen im Berichtsjahr 166,5 Mrd. €. Diese Zahlen enthalten auch die Werte unserer chinesischen Gemeinschaftsunternehmen.

Volumen der Volkswagen Konzern-Beschaffung nach Marken und Märkten

in %

Die mit der Internationalisierung unserer Beschaffung einhergehende Verantwortung übernehmen wir gemeinsam mit unseren Lieferanten und Sublieferanten: Verantwortung für eine erfolgreiche Zukunft, für eine faire und soziale Gesellschaft und Verantwortung für die Umwelt. Nur in enger Kooperation mit unseren Geschäftspartnern kann es uns gelingen, die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards sicherzustellen und einen Beitrag zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen zu leisten. Um diese Ziele zu erreichen, haben wir das Konzept „Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen“ bereits im Jahr 2006 implementiert und entwickeln dieses kontinuierlich weiter. So haben wir im Jahr 2016 damit begonnen die OECD-Leitsätze für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Mineralien aus Konflikt- und Hochrisikogebieten in unseren Ansatz zu integrieren.

Im Zuge der beginnenden Umsetzung der OECD-Leitsätze für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten haben wir im Jahr 2016 um einen entsprechenden Passus ergänzt, und auch unsere Konzern-Policy zu Konfliktmineralien überarbeitet.

Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen

Als Basis des Konzepts „Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen“ gelten die „Anforderungen des Volkswagen Konzerns zur Nachhaltigkeit in den Beziehungen zu Geschäftspartnern (Code of Conduct für Geschäftspartner)“. Sie formulieren die Erwartungen des Volkswagen Konzerns an das Verhalten von Geschäftspartnern in Bezug auf zentrale Umwelt-, Sozial- und Compliance-Standards. Durch die vertragliche Integration der Nachhaltigkeitsanforderungen in den Beschaffungsprozess möchten wir sicherstellen, dass unsere Nachhaltigkeitsstandards in der gesamten Lieferkette weltweit eingehalten werden. Grundlage für diese Anforderungen sind die Prinzipien des UN Global Compact, die Charta der Internationalen Handelskammer für eine langfristige und tragfähige Entwicklung sowie die einschlägigen Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation. Ergänzt werden diese Anforderungen durch die Volkswagen Umweltpolitik, die daraus abgeleiteten Umweltziele und Umweltvorgaben, die Qualitätspolitik sowie die Erklärung sozialer Rechte von Volkswagen.

Vor Abgabe eines Angebots müssen unsere Lieferanten die Kenntnisnahme der Nachhaltigkeitsanforderungen bestätigen und diese Kenntnisnahme nach dem Ablauf einer Frist von zwölf Monaten aktualisieren. Seit November 2013 sind die Anforderungen für alle Lieferanten der allgemeinen Beschaffung und seit Januar 2014  für alle Lieferanten von Produktionsmaterialien vertraglich integriert. Die Anforderungen gelten für alle beschafften Waren und Dienstleistungen weltweit.

Unter Anwendung der drei Säulen Anforderungen, Monitoring und Entwicklung des Konzepts „Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen“ überprüfen und entwickeln wir die Nachhaltigkeitsperformance unserer Lieferanten fortlaufend.

Grafik: Drei Säulen Konzept

Lieferantenanforderungen

Um schon vor Verhandlungen mit potenziellen Lieferanten eine Einschätzung zu sozialen, ökologischen und menschenrechtsbezogenen Risiken der jeweiligen Standorte der Lieferanten zu erhalten, wendet der Volkswagen Konzern u. a. eine Länderrisikoanalyse an. Diese wird aus Daten Dritter sowie aus internen Erfahrungswerten gespeist.

Um aktuelle Entwicklungen ebenso wie langfristige strukturelle Herausforderungen in den einzelnen Ländern zu identifizieren, setzen wir auf den ständigen Austausch zwischen unseren Marken und Regionen im Rahmen von regelmäßigen Treffen und Videokonferenzen des Beschaffungsnetzwerks Nachhaltigkeit. In diesem Netzwerk findet ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen den mehr als 20 Experten aus weltweiten konzerninternen Beschaffungsorganisationen statt.

Zudem unterzieht der Volkswagen Konzern potenzielle Geschäftspartner einem Integritätscheck (Business-Partner-Check). Insbesondere durch die Betrachtung der gesellschaftlichen Integrität des potenziellen Geschäftspartners wollen wir das Risiko einer geschäfts- und unternehmensschädigenden Zusammenarbeit vermeiden.

Zusätzlich beobachtet und analysiert das Risikomanagement der Beschaffung die finanzwirtschaftliche Stabilität der Lieferanten kontinuierlich. Ein System verschiedener Prozesse und deren Anwendung tragen dazu bei, Versorgungsrisiken aufgrund von Lieferantenausfällen zu vermeiden bzw. die finanziellen Folgen von Krisen und Insolvenzen in der Lieferantenkette zu minimieren.

Im Rahmen unserer Frühwarnsysteme werden darüber hinaus zum Beispiel Presse-/Internetscreenings zu relevanten Nachhaltigkeitsthemen durchgeführt. Bei Relevanz werden die Informationen den entsprechenden Stellen innerhalb der Beschaffung zur Unterstützung von Prozessen und Entscheidungen zur Verfügung gestellt.

Der Volkswagen Konzern erwartet von seinen Lieferanten, dass jegliche von konfliktbehafteten Schmelzen stammenden Mineralien vermieden werden. Mineralien werden als konfliktbehaftet eingeordnet, wenn durch die Gewinnung, den Transport, den Handel, die Handhabung/Bearbeitung oder durch den Export nichtstaatliche bewaffnete Gruppen direkt oder indirekt unterstützt werden.

Informationen zu den vom Lieferanten oder Sublieferanten genutzten Schmelzen oder Raffinerien für Mineralien, wie z.B. Zinn, Tantal, Wolfram und Gold, müssen auf Anfrage von Volkswagen an den Konzern übermittelt werden.

Unsere Lieferanten werden dazu aufgefordert, ihrer Sorgfaltspflicht entlang der Lieferkette gerecht zu werden. Hierzu gehört die Implementierung von Maßnahmen, welche sicherstellen, dass die vom Lieferanten genutzten Mineralien – insbesondere Tantal, Zinn, Wolfram und Gold – nicht zur direkten oder indirekten Förderung oder Unterstützung bewaffneter Konflikte beitragen.

Volkswagen empfiehlt zu diesem Zweck die Verwendung der standardisierten Reporting-Vorlage (Conflict Minerals Reporting Template) der conflict-free sourcing initiative (cfsi). Mit Hilfe der Daten der cfsi wird Volkswagen seine Lieferanten, die in einer Geschäftsbeziehung mit einer konfliktbehafteten Schmelze oder Raffinerie stehen, über die Möglichkeiten zur Nutzung konfliktfreier Schmelzen oder Raffinerien informieren.

Lieferantenmonitoring

Unsere Geschäftspartner sind im Verlauf des Geschäftsprozesses aufgefordert, den Fragebogen Nachhaltigkeit auszufüllen und zu dokumentieren, welche Maßnahmen sie in ausgewählten Bereichen umgesetzt haben. Der Fragebogen deckt die Bereiche ab, die für die Volkswagen AG relevant sind:

  • Kooperation und Zusammenarbeit – auch mit Sublieferanten
  • Verantwortung für die Umwelt
  • Rechte der Mitarbeiter
  • Transparente Geschäftsbeziehungen

Bis zum Berichtsjahr haben 21.067 unserer Lieferanten den Fragebogen beantwortet. Dies entspricht einer Abdeckung von 88 % des Gesamtumsatzes.

Status Fragebogen „Nachhaltigkeit"

  Anzahl
2012–2016, kumuliert
Status 2016, umsatzbasiert Ziel 2016, umsatzbasiert Ziel 2017, umsatzbasiert
Fragebogen Nachhaltigkeit (Selbstauskunft) 21.067 88 % 93 % 93 %

Unseren Fragebogen Nachhaltigkeit überführen wir ins branchenweite Self-Assessment-Questionnaire, das wir gemeinsam mit anderen Automobilkonzernen in der bei CSR Europe angesiedelten Arbeitsgruppe zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette entwickelt haben. Mit Hilfe der Ergebnisse der Selbstauskunft identifizieren wir Maßnahmen zur Performanceverbesserung und kommunizieren diese an unsere Lieferanten. Es werden hierbei also bedarfsgerechte und konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsperformance an unsere Lieferanten gegeben.

Zusätzlich zu dem bereits etablierten eigenen Fragebogen haben diesen OEM-übergreifenden Fragebogen im Berichtsjahr 1.336 unserer Lieferanten ausgefüllt. Dieser Fragebogen enthält darüber hinaus auch Fragen zum Thema Konfliktmineralien.

Wir erwarten  von unseren Lieferanten, dass sie  Verantwortung übernehmen. Im Bereich Umwelt wird von den Hauptlieferanten ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 und/oder EMAS gefordert. 87 % unserer Hauptlieferanten haben dies dokumentiert. Im Rahmen der Umweltzertifizierung und Auditierung der Standorte der Volkswagen AG nach EMAS und ISO 14001 werden auch die auf dem Werksgelände tätigen umweltrelevanten Dienstleister und Lieferanten regelmäßig überprüft. Darüber hinaus erwarten wir von unseren Lieferanten, dass sie über zertifizierte Managementsysteme für Arbeits- und Gesundheitsschutz nach OHSAS 18001, SA8000 und/oder AA1000 verfügen.

Umsatzbasierte Anteile von Umwelt- und Sozialzertifikaten bei Hauptlieferanten

  2016 (in %) 2015 (in %) 2014 (in %) 2013 (in %) 2012 (in %)
Umweltzertifikate (EMAS, ISO 14001)          
Geprüft 55 % 49 % 48 % 44 % 30 %
Selbstauskunft 32 % 35 % 39 % 40 % Nicht berücksichtigt
Summe 87 % 84 % 87 % 84 % Nicht berücksichtigt
Sozialzertifikate (OHSAS 18001, SA8000,
AA 1000)
         
Geprüft (Summe) 13 % 9 % 8 % 6 % Nicht berücksichtigt

Ausgewählte Geschäftspartner, bei denen mit Hilfe des Self-Assessments oder des internen Analysesystems ein erhöhtes Risiko für Nachhaltigkeitsverstöße festgestellt wurde, werden mittels Third-Party-Nachhaltigkeitsaudits überprüft. Diese Auditierung umfasst alle Aspekte unserer Nachhaltigkeitsanforderungen und auch Mitarbeiterinterviews bei den ausgewählten Lieferanten.

Werden bei der Auditierung Verstöße oder Entwicklungspotenziale identifiziert, erstellen wir in Zusammenarbeit mit dem Lieferanten einen Maßnahmenplan zur Verbesserung der Situation und unterstützen bei der Umsetzung. Bei gravierenden Verstößen seitens eines Lieferanten wird ein sogenannter Ad-hoc-Fall eröffnet. In 2016 hat ein unabhängiger externer Dienstleister insgesamt 45 Audits durchgeführt, aus denen 19 Ad-hoc-Fälle resultierten. Dieses Ergebnis beweist die Zuverlässigkeit des Instruments und hilft uns, unsere Maßnahmen noch zielgerichteter und effizienter umzusetzen.

Ad-hoc Fälle 2016

Konzernbeschaffung gesamt

Wenn zu vermuten ist, dass direkte Lieferanten oder Sublieferanten unsere Nachhaltigkeitsanforderungen nicht erfüllen, bitten wir diese um eine schriftliche Stellungnahme auf Grundlage eines standardisierten Berichts (sogenannter 6D-Report). Anhand von sechs von uns festgelegten Dimensionen können unsere Geschäftspartner den Sachverhalt und korrigierende Maßnahmen darstellen. Sind die Antworten nicht zufriedenstellend, ergreifen wir weitere Maßnahmen wie beispielsweise die Prüfung von Dokumenten, Vor-Ort-Besuche bei Lieferanten oder auch weitere Qualifizierungsmaßnahmen für Lieferanten.

Liegt ein Ad-hoc-Fall oder ein Verdachtsmoment vor, übernimmt das zuständige Ad-hoc-Expertenteam der jeweiligen Marke oder Region, unter Koordination und mit Unterstützung der Experten im Wolfsburger Konzern-Ad-hoc-Expertenteam, die Koordination der Umsetzung eines Maßnahmenkatalogs.

Ad-hoc-Expertenteam:

Jede Marke und jede Region hat ein Ad-hoc-Expertenteam etabliert. Die Mitglieder der Teams bilden unter anderem Experten aus Fachbereichen wie Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Umwelt und Personal. Mit Hilfe dieses Ansatzes können wir alle Themen potenzieller Ad-hoc-Fälle abdecken und effizient adressieren. Im Berichtsjahr konnten so mit den betroffenen Lieferanten spezifische Verbesserungsmaßnahmen vereinbart und die Nachhaltigkeitsperformance deutlich optimiert werden. Das Ad-hoc-Expertenteam in Wolfsburg wirkt dabei unterstützend und koordinierend.

Beispiel Ad-hoc-Fall:

Im Jahr 2016 haben wir beispielsweise gemeinsam mit ausgewählten Lieferanten Herausforderungen bei der Einhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen im Sublieferantenmanagement adressiert. Aufgrund der Vielschichtigkeit der dazugehörigen Lieferketten werden wir uns auch im Jahr 2017 gemeinsam mit diesen Lieferanten dieser Thematik widmen.

In einem weiteren exemplarischen Fall wurde im Rahmen eines Third-Party CSR-Audits die Nichteinhaltung unserer Arbeitszeitanforderungen dokumentiert. Gemeinsam mit dem Lieferanten wurde ein Maßnahmenplan entwickelt und die Umsetzung des Maßnahmenplans durch das zuständige Ad-hoc-Expertenteam überprüft. Im Ergebnis konnte ein Prozess etabliert werden, der die Einhaltung der Arbeitszeiten bei dem entsprechenden Lieferanten sicherstellt.

Ad-hoc-Fälle 2016

Konzernbeschaffung gesamt

Geografische Verteilung*   Inhaltliche Verteilung   Art des Lieferanten  
Europa 18 Soziales 30 Direkter Lieferant 45
Asien 25 Umwelt 5 Beteiligung Unterlieferant 8
Nordamerika 4 Compliance 2    
Südamerika 3 Diverse Themen 16    
Afrika 3        
Summe 53   53   53
 
*Russland und die Türkei werden bei der geografischen Verteilung Asien zugewiesen.

Zusätzlich zu diesen 53 Ad-hoc-Fällen wurden von der Konzernrevision im Zusammenhang mit Prüfungen in weiteren 83 Fällen Maßnahmen mit Lieferanten vereinbart. Hierbei handelt es sich um Lieferanten, bei denen aufgrund von Hinweisen oder regulären Programmprüfungen nicht regel- bzw. vertragskonformes Verhalten festgestellt wurde.

Aufgrund von diesen und den oben beschriebenen Ad-hoc-Fällen wurden im Berichtszeitraum 39 Geschäftsbeziehungen beendet. Der Anstieg der beendeten Geschäftsbeziehungen steht in engem Zusammenhang mit Verfahren, die aufgrund der Prüfungsergebnisse der Konzernrevision eingeleitet wurden.

Bei internen oder externen Verdachtsmomenten hinsichtlich möglicher Verstöße gegen unsere Nachhaltigkeitsanforderungen, insbesondere im Bereich Einschränkung der Menschenrechte, dient die Adresse sustainability((at))vwgroupsupply.com als Anlaufstelle.

Darüber hinaus besteht für Mitarbeiter wie für Externe die Möglichkeit, potenzielle Verstöße an die nationalen oder internationalen Arbeitnehmervertretungen des Volkswagen Konzerns sowie die nationalen oder internationalen Gewerkschaftsverbände zu adressieren und sich an das Ombudsmann-System des Volkswagen Konzerns zu wenden. Über dieses System können vertrauliche Hinweise auf Unregelmäßigkeiten an zwei vom Konzern beauftragte externe Rechtsanwälte gemeldet werden. Seit 2014 können Hinweisgeber auch über einen Online-Kanal anonym mit den Ombudsmännern kommunizieren.

Lieferantenentwicklung

Zur Festigung des Konzepts „Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen“ im gesamten Konzern sensibilisieren und schulen wir unsere Mitarbeiter zum Thema Nachhaltigkeit. Für alle Mitarbeiter der Beschaffung ist das Thema „Nachhaltigkeit in der Lieferkette“ fester Bestandteil des Kompetenzprofils. Insgesamt wurden 2016 weltweit mehr als 900 Einkäufer in diesem Bereich qualifiziert.

Um eine kontinuierliche Lieferantenentwicklung zu ermöglichen, stellen wir allen Lieferanten im Verlauf der Geschäftsbeziehung ein elektronisches Lernmodul Nachhaltigkeit (E-Learning) in allen Sprachen der definierten Risikoländer zur Verfügung. Hat ein Lieferant dies absolviert, durchläuft er einen Abschlusstest. Im Jahr 2016 konnten wir hierbei weitere Fortschritte erzielen. So haben bis zum Ende des Berichtsjahres 25.000 Lieferanten das E-Learning absolviert, was einer Abdeckung von 82 % des Umsatzes entspricht. Dieses Tool steht sowohl den Mitarbeitern des Lieferanten als auch den Mitarbeitern der Beschaffung der Volkswagen AG zur Qualifizierung zur Verfügung.

Status E-Learning „Nachhaltigkeit“

  Anzahl
2012–2016, kumuliert
Status 2016, umsatzbasiert Ziel 2016, umsatzbasiert Ziel 2017, umsatzbasiert
E-Learning 25.000 82 % 83 % 83 %

Neben dem E-Learning führen wir mit unseren Lieferanten themenspezifische Nachhaltigkeitstrainings und -workshops an ausgewählten Standorten durch. Im Berichtszeitraum fanden Veranstaltungen u.a. in Argentinien, Brasilien, China, Südafrika und den USA statt. Im Rahmen der durchgeführten Veranstaltungen wurden insgesamt rund 1.300 Mitarbeiter von mehr als 800 unserer Lieferanten zum Thema Nachhaltigkeit qualifiziert. Der Fokus dieser Veranstaltungen lag auf dem Thema „Soziale Rechte von Mitarbeitern“. Ein Teil der durchgeführten Maßnahmen fand in Kooperation mit anderen Automobilherstellern unter dem Dach der European Working Group on Supply Chain Sustainability statt.

Darüber hinaus diskutieren wir das Konzept und die Organisation zur Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstandards auch über Stakeholderdialoge. Mit Hilfe dieses qualifizierten Austausches mit Vertretern aus der Politik, aus der Gesellschaft, aus der Wissenschaft, von NGOs wie auch von anderen Unternehmen und unseren Zulieferern stellen wir eine kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Konzepts sicher.

Ein solcher spezifischer Austausch zum Thema Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen fand am 1. März des Berichtsjahres statt.

Weiterhin schaffen wir durch unser Engagement in nationalen sowie internationalen Industrie- und Branchenverbänden gemeinsam mit anderen Automobilherstellern konzernübergreifende Kommunikationsplattformen, um die Nachhaltigkeit in der Lieferkette zielstrebig voranzutreiben. So ist der Volkswagen Konzern unter anderem Mitglied im Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) und bei econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V, sowie Teil der Automotive Industry Action Group (AIAG). Des Weiteren engagiert sich die Audi AG in der Aluminium Stewardship Initiative.

In der europäischen Automotive-Arbeitsgruppe zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette entwickeln wir innerhalb des Unternehmensnetzwerks CSR Europe einen anerkannten Referenzrahmen für Unternehmen in der Automobilindustrie. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Arbeitsgruppe wurde in diesem Rahmen beispielsweise der branchenweite Fragebogen zur Selbstauskunft über die Nachhaltigkeitsperformance (Self-Assessment) erarbeitet und Trainingsmaßnahmen für Lieferanten angeboten.

Im Rahmen der Aktivitäten innerhalb des VDA ist es im Jahr 2016 gelungen, erstmals auch Empfehlungen des VDA zum Thema Nachhaltigkeit in der Lieferkette zu verabschieden. Diese beinhalten sowohl  eine Empfehlung zu Nachhaltigkeitsanforderungen, eine Verwendung des von der European Working Group on Supply Chain Sustainability entwickelten Self-Assessment Fragebogens zur Nachhaltigkeit. Wir erhoffen uns hiervon, dass wiederum unsere direkten Lieferanten verstärkt diesen Fragebogen bei ihren Lieferanten einsetzen.

Im Zuge der Implementierung der OECD-Leitsätze für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten ist im abgelaufenen Berichtsjahr die Volkswagen Group of America Mitglied der Conflict-Free Sourcing Initiative geworden.

Da wir die Wirkung unserer Fahrzeuge auf die Umwelt gemeinsam mit unseren Lieferanten minimieren wollen, ist Volkswagen 2015 dem CDP Supply Chain Program beigetreten. Den direkten Kontakt zu unseren Lieferanten suchen wir in spezifischen Workshops, in denen wir gemeinsam innovative Ansätze für die ökologische Optimierung bestimmter Bauteile diskutieren und entwickeln.

Bei der strategischen Weiterentwicklung unserer Lieferanten spielt auch die Initiative FAST (Future Automotive Supply Tracks) eine entscheidende Rolle. FAST ist die zentrale Initiative der Konzernbeschaffung, um den Volkswagen Konzern und sein Lieferantennetzwerk zukunftssicher weiterzuentwickeln und Lieferanten früh und intensiv in zentrale Themen einzubinden. Neben Innovation und Globalisierung stehen auch Nachhaltigkeitsthemen im Fokus des Dialogs im Rahmen von FAST.

Fazit

Grundsätzlich steht bei allen Prozessschritten und bei allen Maßnahmen der Lieferantenentwicklung der faire, partnerschaftliche Dialog im Vordergrund. Zentrales Ziel ist eine kontinuierliche und nachhaltige Zusammenarbeit. In diesem Sinne suchen wir gemeinsam mit unseren Lieferanten nach weiteren Möglichkeiten, z.B. die Ressourceneffizienz zu steigern und Arbeitsbedingungen laufend zu verbessern.

Der Volkswagen Konzern behält sich das Recht vor, die Einhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen bei Geschäftspartnern durch interne Experten oder durch ein externes Audit, wie oben erläutert, zu prüfen. Werden unsere Nachhaltigkeitsanforderungen nicht eingehalten, beenden wir in Extremfällen die Geschäftsbeziehung, insbesondere dann, wenn der Lieferant keine Bereitschaft zur Entwicklung zeigt. Vorrangig gilt jedoch das Ziel, durch partnerschaftlichen Dialog und die Entwicklung unserer Geschäftspartner eine nachhaltige Lieferkette zu schaffen und so Verstößen gegen unsere Nachhaltigkeitsanforderungen proaktiv entgegenzutreten. Wir wollen gemeinsam mit unseren Lieferanten besser werden!

Ausblick 2017

Wir haben uns für 2017 das Ziel gesetzt, die Anzahl der Nachhaltigkeitsaudits beizubehalten und planen ergänzend dazu einen Prozess zur Vor-Ort-Überprüfung der Nachhaltigkeitsanforderungen zu pilotieren.

Auch in 2017 werden wir kontinuierlich weiter an der Kapazitätsbildung unserer Lieferanten und Mitarbeiter zum Thema Nachhaltigkeit mit Hilfe von Trainingsmaßnahmen arbeiten.

Des Weiteren werden wir unser Engagement in branchenweiten Arbeitsgruppen und Initiativen noch intensiver gestalten. Insbesondere wollen wir den in der Arbeitsgruppe CSR Europe entwickelten Fragebogen weiter etablieren und die Ergebnisse verstärkt für unsere Prozesse im Beschaffungsnetzwerk des Volkswagen Konzerns nutzen. Darüber hinaus werden wir, bei einigen ausgewählten Rohstoffen gemeinsam mit relevanten Geschäftspartnern eruieren, wie eine größere Transparenz in der Lieferkette möglich werden kann.

Im Bereich der CO2-Einsparungen werden wir ein Projekt zur Kreislaufführung von Aluminiumblechverschnitten implementieren. Dieses Projekt wird neben einer Rohstoffeinsparung auch zu einer CO2-Minderung bei dem Einsatz von Aluminiumblechen führen.

Im Bereich der kollaborativen Initiativen möchten wir im Jahr 2017 Lead Partner der Initiative DRIVE Sustainability werden.