Strategisches
Stakeholder-Management

Als Automobilunternehmen in 153 Märkten mit zwölf Marken und 120 Produktionsstandorten werden wir täglich mit den unterschiedlichsten Ansprüchen, Erwartungen und Haltungen konfrontiert. Diese große Vielfalt unserer Kontakte ist eine enorme Chance, weil die Beziehungen, die unsere Gesellschaften zu ihren Stakeholdern pflegen, unsere gemeinsame Arbeit ungemein bereichern. Sie ist zugleich aber auch eine Herausforderung, weil diese Interessenvielfalt Zielkonflikte mit sich bringt.

Volkswagen im Spannungsfeld der Stakeholder-AnsprücheGRI G4-21, G4-24, G4-25, G4-27

Wir sehen uns weltweit täglich den Ansprüchen, Erwartungen und Haltungen unterschiedlicher Stakeholder gegenüber. Die große Vielfalt dieser Kontakte ist eine Bereicherung für unsere Arbeit. Zur Herausforderung wird sie, wenn unterschiedliche Interessen zu Zielkonflikten führen.

Stakeholder sind Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen, die den Verlauf oder das Ergebnis von unternehmerischen Entscheidungen des Volkswagen Konzerns beeinflussen oder von ihm beeinflusst werden. Im Mittelpunkt unseres Stakeholder-Universums stehen unsere Kunden und Mitarbeiter. Um diesen Kern herum haben wir auf Basis unserer regelmäßigen Kontakte zwölf weitere, gleichwertige Typen von Stakeholdern identifiziert.

Stakeholder des Volkswagen Konzerns GRI G4-21, G4-24

Grafik: Stakeholder des Volkswagen Konzerns

Stakeholder des Volkswagen Konzerns

Im Berichtsjahr 2016 haben unsere Stakeholder über Befragungen und Dialogveranstaltungen zahlreiche Erwartungen an den Volkswagen Konzern formuliert. Die Anregungen und Anmerkungen unserer Stakeholder und unsere Reaktionen diesbezüglich haben wir für Sie hier zusammengefasst:

Anregungen der Stakeholder und Reaktionen der Volkswagen AG

Themen Stakeholder Volkswagen AG
Nachhaltigkeitsmanagement Enge Verzahnung von Nachhaltigkeits- und Unternehmensstrategie TOGETHER – Strategie 2025
-  Vision: Nachhaltige Mobilität
- Nachhaltiges Wachstum als Resultante: Wir begeistern unserer Kunden mit passgenauen Mobilitätslösungen und erfüllen ihre Bedürfnisse mit einem Portfolio starker Marken. Wir übernehmen und leben täglich Verantwortung für Umwelt, Sicherheit und Gesellschaft. Wir handeln integer und bauen auf Verlässlichkeit, Qualität und Leidenschaft als Grundlage unserer Arbeit.
Integrität und Governance Gleichwertigkeit von Integrität und Technologiekompetenz - Schaffung des Vorstandsressorts „Recht und Integrität“
- TOGETHER – Strategie 2025: Vorbild bei Integrität
- Mehrsprachiges Integritätsprogramm
Treibhausgas- und Schadstoffemissionen Schließen der Schere zwischen Labor- und Realemissionen - TOGETHER – Strategie 2025: Carbon Footprint KPI
- Elektrifizierung
- Volkswagen begrüßt die Einführung von RDE und WLTP, denn beide Prüfverfahren werden einen Beitrag leisten, die Schere zwischen Real- und Laboremissionen zu schließen
Nachhaltigkeitskommunikation Benennung und Kommunikation von Zielkonflikten - Nachhaltigkeitsmagazin Shift für einen selbstkritischen Dialog
- Begleitung von Entscheidungsprozessen durch regelmäßige Stakeholder-Befragungen und -Dialogveranstaltungen
Unternehmensstrategie Kennzahlen für die Entwicklung zum Mobilitätsdienstleister - Entwicklung neuer Kennzahlen im Rahmen von
 TOGETHER – Strategie 2025

Strategisches Stakeholder-Management als ganzheitlicher AnsatzGRI G4-21, G4-25, G4-26, G4-27

Die Vielfalt der Stakeholder und ihrer Ansprüche so zu organisieren, dass der Volkswagen Konzern sie in seine unternehmerischen Entscheidungen einbeziehen kann, ist Aufgabe des strategischen Stakeholder-Managements. Wir können langfristig nur dann erfolgreich sein, wenn wir die Interessen, Bedürfnisse und Erwartungen aller Stakeholder kennen und uns vorausschauend mit ihnen auseinandersetzen. Für einen Austausch auf Augenhöhe hat unser Stakeholder-Management folgende Kriterien zu erfüllen:

  • Ansprüche an Volkswagen werden systematisch erfasst
  • Wissen wird wechselseitig nutzbar gemacht
  • Problemlösungen werden gemeinsam entwickelt
  • Entscheidungsgrundlagen werden transparent gemacht

Stakeholder-Management heißt für uns Engagement für die Beziehungen zu unseren Stakeholdern. Dazu ist eine systematische und strategische Planung, Durchführung und Kontrolle unserer Aktivitäten notwendig. Im Berichtsjahr 2016 haben wir deshalb unser Stakeholder-Management-Konzept neu aufgesetzt und in einem ganzheitlichen Ansatz zusammengeführt.

Stakeholder Management bei Volkswagen – ein ganzheitlicher Ansatz GRI G4-21, G4-24, G4-25, G4-27

Grafik: Stakeholder Management bei Volkswagen – ein ganzheitlicher Ansatz

Stakeholder-Management bei Volkswagen

  • Planung und Steuerung: Den direkten Kontakt mit den Anspruchsgruppen pflegen die Fachbereiche und Marken. Der Konzern führt diese Engagements zusammen. Er sorgt dafür, dass Wissen zwischen Konzern, Marken und Regionen geteilt wird, legt Richtlinien für das Stakeholder-Management fest und koordiniert die Aktivitäten der Konzern-Nachhaltigkeitsverantwortlichen (Nachhaltigkeitsmanagement). 
  • Dokumentation und Kommunikation: Das zentrale Medium der Dokumentation ist unser Nachhaltigkeitsbericht. Das Nachhaltigkeitsmagazin "Shift" ergänzt diesen um selbstkritische Einblicke und zukunftsweisende Ausblicke. Zusätzlich informieren wir regelmäßig in Pressemitteilungen und Social Media über aktuelle Projekte. Für die interne Kommunikation stehen die Online-Community „Group Connect“, mehrere Magazine und ein Kurznachrichtendienst zur Verfügung. Über Letzteren informieren wir wöchentlich und in zwei Sprachen über aktuelle Themen. Einen eigenen Newsletter erhält der Konzern-Nachhaltigkeitsbeirat.
  • Normierung: Unser Stakeholder-Management orientiert sich an Normen auf unterschiedlichen Regulierungsebenen (Policy). Zu den wichtigsten Leitlinien gehören der „AccountAbility 1000 Standard für Stakeholder-Engagement“ und die neue Richtliniengeneration der Global Reporting Initiative „GRI Standard“. Darüber hinaus betonen wir unser Bekenntnis zu den Zielen nachhaltiger Entwicklung. 
  • Konsultation: Eine Übersicht über die Dialog- und Interaktionsangebote finden Sie hier. Zentrale Foren für den unmittelbaren, persönlichen Austausch waren im Berichtsjahr das Audi Stakeholder Forum in Brüssel, das Sustainable Transport Forum von Scania in Paris und die Stakeholder Panel Dialogveranstaltung der Volkswagen AG in Hannover. Anlass für die Aufnahme von Gesprächen und Prüfung von Kooperationsmöglichkeiten können auch Hinweise von Nichtregierungsorganisationen sein, wie zuletzt eine Studie von terre des hommes, die uns für die Produktion von Mica in Indien sensibilisierte.
  • Kooperation: Auf Konzernebene arbeiten wir mit ausgewählten Stakeholdern in Form strategischer Kooperationen zusammen. Dazu gehörten im Berichtsjahr das Deutsche Rote Kreuz und Kiron. Seit 1998 kooperieren der Volkswagen Konzernbetriebsrat und das Kinderhilfswerk terre des hommes erfolgreich in der Aktion „Eine Stunde für die Zukunft". Ein weiteres Format der Kooperation mit Stakeholdern sind unsere Mitgliedschaften. Eine aktuelle Liste können Sie hier einsehen.
  • Partizipation: Stakeholder-Engagement ist keine Einbahnstraße. Wir begreifen unsere Stakeholder als Partner auf Augenhöhe und binden sie in Entscheidungsprozesse ein. Neben der starken Mitbestimmung bei Volkswagen, aus der unter anderem unsere Sozialcharta und die Charta der Arbeitsbeziehungen hervorgingen, sind hier die Aktivitäten unseres Konzern-Nachhaltigkeitsbeirates zu nennen.
  • Evaluation: Stakeholder-Management beginnt mit den Ansprüchen der Stakeholder und endet mit einer systematischen Erfolgskontrolle. Das Feedback unserer Stakeholder holen wir jährlich über unser Stakeholder Panel und umfangreiche Stakeholder-Befragungen ein. Die Auswertung unserer Reputationsstudie für das Jahr 2016, mit der wir uns ein systematisches Bild von den Meinungen und Erwartungen unserer Stakeholder gemacht haben, finden Sie hier. Darüber hinaus werden im Rahmen von derzeit drei Dissertationsprojekten Vorschläge zur Weiterentwicklung unseres Stakeholder-Management-Ansatzes erarbeitet. Eine Übersicht über diese Projekte finden Sie hier.

„Partnerschaften, um die Ziele zu erreichen“ – so lautet eines der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.