Risikomanagement

Für den nachhaltigen Erfolg unseres Unternehmens ist es entscheidend, dass wir die Risiken und Chancen, die sich aus unserer operativen Tätigkeit ergeben, frühzeitig erkennen und sie vorausschauend steuern. Der verantwortungsvolle Umgang mit den Risiken wird im Volkswagen Konzern durch ein umfassendes Risikomanagement- und Internes Kontrollsystem (RMS/IKS) unterstützt.

Mit Hilfe des RMS/IKS sollen potenzielle Risiken frühzeitig erkannt werden, um mit geeigneten Maßnahmen gegenzusteuern und so drohenden Schaden für das Unternehmen abwenden und eine Bestandsgefährdung ausschließen zu können.

Die organisatorische Ausgestaltung des RMS/IKS basiert auf dem international anerkannten „COSO Enterprise Risk Management" Rahmenwerk (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). In diesem Zusammenhang hat Volkswagen auch im Berichtsjahr einen ganzheitlichen, integrativen Ansatz verfolgt, der die Themen Risikomanagementsystem, Internes Kontrollsystem und Compliance-Managementsystem (CMS) in einem Managementansatz vereint. Konzernweit einheitliche Grundsätze bilden die Basis für den standardisierten Umgang mit Risiken.

Im Berichtsjahr haben wir unser RMS/IKS weiterentwickelt. Der Vorstand erhält ergänzend zur anlassbezogenen und zur jährlichen Risikobetrachtung auch quartalsweise Risikoberichte. Diese zusätzliche Berichterstattung über die aktuelle Risikosituation schärft das Bewusstsein für und den offenen Umgang mit Risiken im Unternehmen. Die Intensivierung des IKS im Bereich Produkt-Compliance haben wir 2016 fortgeführt. Dazu zählen auch die sogenannten „Goldenen Regeln“, die wir im Kapitel Dieselkrise auf den Seiten 96 und 97 des Geschäftsberichts 2016 der Volkswagen AG beschreiben.

Die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit und des Ausmaßes zukünftiger Ereignisse und Entwicklungen unterliegt naturgemäß Unsicherheiten. Wir sind uns daher bewusst, dass selbst das beste RMS nicht alle potenziellen Risiken vorhersehen und auch das beste IKS regelwidrige Handlungen niemals vollständig verhindern kann.

„Three Lines of Defense“-Ansatz

Ein weiteres zentrales Element des RMS/IKS bei Volkswagen ist das Konzept der drei Verteidigungslinien, das unter anderem vom Dachverband der europäischen Revisionsinstitute (ECIIA) als Grundelement gefordert wird. Diesem Konzept folgend, verfügt das RMS/IKS des Volkswagen Konzerns über drei Verteidigungslinien, die das Unternehmen vor dem Eintritt wesentlicher Risiken schützen sollen.

„Three Lines of Defense“-Ansatz

Grafik: „Three Lines of Defense“-Ansatz
  • Die erste Ebene bilden die Bereiche, Gesellschaften und Marken. Ereignisse, die ein Risiko begründen können, werden dezentral in den Geschäftsbereichen und Beteiligungsgesellschaften identifiziert und beurteilt. Anhand unterjähriger Berichte liegt dem Vorstand über die dokumentierten Berichtswege auch unterjährig ein Gesamtbild der aktuellen Risikolage vor. Die Mindestanforderungen an das RMS/IKS sind konzernweit in einer einheitlichen Richtlinie festgelegt. Diese umfasst auch einen Prozess zur zeitgerechten Meldung von wesentlichen Risiken.
  • Zweite Ebene ist die Konzernabteilung Governance, Risk & Compliance (GRC). Diese setzt Standards für das RMS/IKS und koordiniert die vierteljährliche Risikoabfrage sowie den jährlichen sogenannten GRC-Regelprozess. Im GRC-Regelprozess erfolgen seitens der Marken, wesentlicher Gesellschaften sowie einzelner Funktionsbereiche eine Erfassung der systemischen Risiken sowie ein Wirksamkeitsnachweis zum RMS/IKS. Auf dieser Basis wird das Gesamtbild der potenziellen Risikolage aktualisiert und die Wirksamkeit des Systems beurteilt. Für wesentliche Risiken, definiert auch anhand von quantitativen und qualitativen Bewertungskriterien sowie einer Eintrittswahrscheinlichkeit, erfolgt eine Berichterstattung an den Konzernvorstand.
  • Dritte Ebene ist die Konzernrevision, die im Rahmen ihrer unabhängigen Prüfungshandlungen auch den Aufbau und die Umsetzung des RMS regelmäßig überprüft.

Eine detaillierte Darstellung des Risikomanagement- und Internen Kontrollsystems findet sich im Risiko- und Chancenbericht im Lagebericht des Geschäftsberichts 2016.

Wesentliche Risiken

Aus der Dieselkrise ergeben sich für den Volkswagen Konzern einerseits eigene Risiken und andererseits hat die Dieselkrise Auswirkungen auf bestehende Risiken. Vor allem für die anstehenden Servicemaßnahmen, Rückrufe und kundenbezogenen Maßnahmen sowie Rechtsrisiken, aber auch für Restwertrisiken hat der Volkswagen Konzern aus der Dieselthematik Vorsorge getroffen.

Zu den Risiken, die sich auf das finanzielle Ergebnis auswirken können, gehören für den Volkswagen Konzern auch allgemeine Umweltrisiken sowie Risiken des Klimawandels. Im Rahmen des RMS werden diese durch die Konzernbereiche und Konzerngesellschaften aufgenommen, bewertet und gesteuert. Zu nennen sind hier beispielhaft Risiken, die aus unterschiedlichen CO2- und Emissionsvorgaben resultieren können. Wetterextreme, Stürme oder Überschwemmungen können zu Ausfällen der Informations- und Kommunikationstechnologie, zu Lieferantenausfällen mit Produktionsstillstand oder zu generellen Produktionsausfallzeiten an einem unserer mehr als 100 Produktionsstandorte weltweit führen.

Mehr zu wirtschaftlichen, politischen, finanziellen und operativen Risiken im Risiko- und Chancenbericht im Lagebericht des Geschäftsberichts 2016.