Brief an unsere Stakeholder

Sehr geehrte Damen und Herren,

das sind keine normalen Zeiten für Volkswagen. Mitunter merkt man das sogar am Erscheinungsrhythmus unserer Berichte. Erst Ende November 2016 hatten wir den Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2015 vorgelegt.

Jetzt sind wir wieder in der Reihe, wenn Sie so wollen. Pünktlich zur Hauptversammlung legen wir nun den Bericht für das Gesamtjahr 2016 vor. Normalität bedeutet das für unser Unternehmen aber noch lange nicht. Die Aufarbeitung der Dieselkrise ist derzeit ohne Frage noch ein ganz wichtiger Teil unserer unternehmerischen Verantwortung. Die wesentlichen Entwicklungen der vergangenen Monate finden Sie in einem eigenen Kapitel dieses Berichts zusammengefasst.

„Wir fühlen uns dem Anspruch nachhaltigen und verantwortungsvollen Unternehmertums verpflichtet.“

Unternehmerische Verantwortung bedeutet aber auch, dass wir seriös und erfolgreich wirtschaften. Wir können mit der gesamten Belegschaft stolz darauf sein, dass wir in einem extrem anspruchsvollen Jahr unsere operativen Ziele mehr als erfüllt haben. Gleichzeitig haben wir im Sommer unser Programm „TOGETHER – Strategie 2025“ vorgestellt. Es ist Zukunftsbild, bietet Leitplanken für unser Handeln und formuliert konkrete Ziele und Umsetzungspläne. Wir wollen zu einem führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität werden. Emissionsarme Antriebstechnologien, smarte Mobilitätsdienstleistungen, innovative und sichere Lösungen für das autonome Fahren: Das sind die Zukunftsthemen, an denen wir arbeiten – und das sind auch wichtige Themen dieses Berichts.

Wir erleben einen tiefgreifenden und herausfordernden – aber zugleich ungeheuer spannenden – Wandel. Dazu gehört auch die Frage, wie wir in Zukunft zusammenarbeiten wollen. Mit unserer „TOGETHER“-Strategie setzen wir darum auch einen Kulturwandel im Unternehmen in Gang, wie es ihn vielleicht noch nie in der Geschichte von Volkswagen gegeben hat: mit flacheren Hierarchien und dezentralen Entscheidungswegen, einer offenen Zusammenarbeit, die zu Widerspruch ausdrücklich ermuntert – und verantwortlichem, eben unternehmerischem Denken und Handeln bei allen Mitarbeitern. Die Führungskräfte haben auf diesem Weg eine besondere Verantwortung. Sie sind gefragt, den kulturellen Wandel vorzuleben und ihn gemeinsam mit den Beschäftigten zu gestalten.

Wenn wir von Offenheit sprechen, dann bedeutet das auch: Wir wollen stärker als bislang zuhören, wie unsere Stakeholder und die Experten von außen, unsere Arbeit beurteilen. Dazu haben wir im Herbst einen Nachhaltigkeitsbeirat ins Leben gerufen. Neun profilierte Vertreter aus Politik, Forschung und NGOs beraten uns bei Themen wie nachhaltiger Mobilität, Umweltschutz oder Zukunft der Arbeit. Der Beirat hat seine Arbeit aufgenommen und entwickelt erste Projekte. Wir stehen in engem Austausch und freuen uns auf viele Impulse aus diesem Gremium.

„Wir erleben einen tiefgreifenden und herausfordernden – aber zugleich ungeheuer spannenden – Wandel.“

Zudem hat Volkswagen im vergangenen Jahr seine Selbstverpflichtung zu ethischem und integrem Verhalten erheblich ausgeweitet. Dazu gehört ganz wesentlich das neu geschaffene Ressort „Recht und Integrität“ auf Vorstandsebene. Mit Hiltrud Werner, zuvor Leiterin der Konzernrevision, haben wir nach dem Ausscheiden von Christine Hohmann-Dennhardt eine hervorragende Expertin für diese anspruchsvolle Aufgabe gewonnen.

Der Volkswagen Konzern verändert sich. Die Automobilindustrie insgesamt verändert sich. Die Entwicklungen in den kommenden zehn Jahren werden in unseren Augen tiefgreifender sein als in den vergangenen 100 Jahren. Umso wichtiger ist es, ein festes Wertegerüst zu haben: Wir fühlen uns dem Anspruch nachhaltigen und verantwortungsvollen Unternehmertums verpflichtet.

„Emissionsarme Antriebstechnologien, smarte Mobilitätsdienstleistungen, innovative und sichere Lösungen für das autonome Fahren: Das sind die Zukunftsthemen, an denen wir arbeiten.“

Der vorliegende Bericht soll das zum Ausdruck bringen. Um die Aussagen, Zahlen und Daten transparent, nachvollziehbar und vergleichbar zu machen, orientieren wir uns an den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) und berücksichtigen die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Der Bericht ist zugleich unsere Fortschrittsmitteilung an den Global Compact der Vereinten Nationen (UNGC).

Wir freuen uns auf Anregungen und Kommentare.

Ihr

Unterschrift: M. Müller
M. Müller
Unterschrift: B. Osterloh
B. Osterloh