Flüchtlingshilfe durch Begegnung, Bildung, Integration

Mit großem Engagement beteiligt sich der Volkswagen Konzern seit dem Sommer 2015 an der Unterstützung der in Deutschland ankommenden Geflüchteten. Dafür stellen das Unternehmen, seine Marken, Mitarbeiter und Belegschaftsvertreter Teile ihrer Zeit, ihrer Kompetenz und ihrer Ressourcen zur Verfügung. Derzeit sieht Volkswagen den größten Handlungsbedarf in den Bereichen Spracherwerb und Vorqualifizierung, denn dies sind die Schlüssel für Ausbildungsfähigkeit und berufliche Integration. Insgesamt konnten 2016 Sprach- und Vorqualifizierungsmaßnahmen für rund 2.650 Geflüchtete ermöglicht werden. Das Engagement der Volkswagen Konzern Flüchtlingshilfe basiert auf drei Säulen, in denen 2016 die folgenden Angebote für Geflüchtete geschaffen wurden:

  • Begegnung: Unterstützung mehrerer tausend Geflüchteter durch Spenden, ehrenamtliches Engagement und Begegnungsangebote. 
  • Bildung: Studienstipendien für 100 Geflüchtete, mehrmonatige Sprachqualifizierungen und Integrationskurse für über 1.400 Geflüchtete, Klassen zur gezielten Förderung von Integration und Berufsfähigkeit, Unterstützung minderjähriger Geflüchteter bei ihrer Schullaufbahn.
  • Integration: Praktika und Hospitationen für 340 Geflüchtete, Maßnahmen zur Kompetenzfeststellung und Berufsorientierung für über 870 Geflüchtete.

Begegnung – Von der Ersthilfe zur Alltagsbegleitung

Seit Sommer 2015 stellen viele Mitarbeiter von Volkswagen ihre Zeit und ihr Know-how zur Verfügung, um die Einrichtung von Unterkünften und den Aufbau von Hilfsangeboten für Geflüchtete zu unterstützten. Dieses große ehrenamtliche Engagement unterstützt das Unternehmen durch Freistellungen von Experten, Sachspenden und die Bereitstellung von Fahrzeugen für Hilfsorganisationen.

Aus den ersten Soforthilfemaßnahmen haben sich durch das Engagement der Marken und Mitarbeiter vielfältige und teils langfristige Begegnungsangebote entwickelt. Diese erstrecken sich von Sprachkursen über Sportangebote bis hin zur Alltagsunterstützung für Geflüchtete. Eines dieser Angebote ist eine von MAN initiierte langfristige Traineepatenschaft für unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Im Rahmen des Patenschaftsprogramms organisieren die Trainees gemeinsame Begegnungsangebote und die Geflüchteten erhalten Einblick in die Arbeit bei MAN. Abgerundet wird das Begegnungsangebot durch vielfältige Projekte der einzelnen Marken, die Kennenlernen und Austausch zwischen Mitarbeitern und Geflüchteten fördern. Dazu zählen unter anderen die von Volkswagen unter dem Titel „Kitchen Stories“ angebotenen interkulturellen Kochabende.

Bildung – Vom Sprachkurs bis zum Studium

Der Volkswagen Konzern fördert auf unterschiedlichen Etappen des Bildungsweges Sprache, Qualifizierung und Kulturverständnis von Geflüchteten. Die Unterstützung beginnt dabei bereits bei den Jüngsten: Die Volkswagen Belegschaftsstiftung begleitet Kinder und Jugendliche auf ihrer Schullaufbahn und fördert drei Jahre lang Spracherwerb, Integration und Qualifizierung mit insgesamt 2,5 Mio. €.

Unternehmensweit werden von den Marken Volkswagen und Audi – direkt oder in Kooperation mit Bildungsträgern – mehrmonatige Sprachkurse auf verschiedenen Niveaustufen angeboten. Audi ermöglicht zusätzlich zwei Klassen zum Erwerb von Schulabschlüssen. Durch die Kombination aus allgemeinbildenden Unterricht, ergänzenden Deutschstunden und sozialpädagogischer Betreuung werden die nicht mehr schulpflichtigen Teilnehmer zum Hauptschulabschluss geführt.

Der Volkswagen Konzern unterstützt Geflüchtete auch auf dem Weg zum akademischen Abschluss. In Kooperation mit dem gemeinnützigen Start-up „Kiron Open Higher Education“ werden Studienplätze in den Bereichen Informatik und Ingenieurswissenschaft angeboten. Ein zweijähriges Onlinestudium kombiniert mit einer Präsenz-Phase an einer deutschen Universität führt zum Bachelorabschluss.

Integration – Vom Praktikum bis zum Berufseinstieg

Ziel des Engagements ist es, Geflüchtete Schritt für Schritt auf den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorzubereiten. Durch Praktika und Hospitationen in verschiedenen Marken des Volkswagen Konzerns erhalten Geflüchtete erste Einblicke in die deutsche Berufswelt.

Um dies zu ermöglichen, wurde von der Marke Volkswagen 2016 das Pilotprojekt eines Hospitantenprogramms für Geflüchtete durchgeführt. Begleitet wurde das Programm durch Bildungsbausteine in den Bereichen Sprache im Beruf, Bewerbungscoaching und interkulturelles Training.

Volkswagen Financial Services fördert den Erwerb von LKW-Führerscheinen durch Qualifizierungsmaßnahmen und Praktika. Zusätzlich werden Berufsqualifizierungen zur Anerkennung eines im Heimatland erworbenen Berufsschulabschlusses im Bereich Finanzdienstleistungen angeboten.

Am Standort Hannover bietet Volkswagen Nutzfahrzeuge im Rahmen eines SPRINT-Projekts (SPRINT = Sprache und Integration) eine Kombination aus Spracherwerb und praktischer Anwendung im betrieblichen Umfeld für junge Geflüchtete an – dies ist die erste Initiative dieser Art in Niedersachsen.

Im Rahmen von Einstiegsqualifizierungsmaßnahmen, wie dem Porsche Integrationsjahr, werden Geflüchtete durch die Verbindung von Berufsschulinhalten, Berufsorientierung und Praxiserfahrung auf eine Ausbildung oder den Berufseinstieg vorbereitet. Der erste Durchlauf des Porsche Integrationsjahres endete im August 2016. Die Mehrheit der Absolventen konnte in eine Ausbildung oder ein befristetes Arbeitsverhältnis innerhalb des Unternehmens übernommen werden. Auch bei Audi und MAN sind Einstiegsqualifizierungen für Geflüchtete erfolgreich gestartet.

Die beschriebenen Projekte werden im Sinne der Nachhaltigkeit 2017 fortgesetzt. Zusätzlich wird das Projektportfolio weiter ausgebaut. Neue Angebote zur Berufsvorbereitung und Vorqualifizierung laufen 2017 an.

Foto: Kochen mit Flüchtlingen
Begegnung – Kochabend „Kitchen Stories“ für Geflüchtete und Volkswagen Mitarbeiter
Foto: Praktikanteneinsatz
Integration – Praktika für erste Einblicke in die deutsche Berufswelt
Foto: Sprachkurs bei Audi
Bildung – Sprachkurse auf verschiedenen Niveaustufen (hier bei der Audi AG)